Ich hab' Stress und keiner merkt es
Stress

Ich hab‘ Stress und keiner merkt es

Jeder ist genervt von den vielen Anforderungen des Tages. Es gibt nicht enden wollende To-Do Listen, Arbeit, Termine, noch mehr Termine, Sport der Kinder und so weiter. Meistens ist der Tag so vollgepackt, dass kaum noch Zeit zum Essen oder Durchschnaufen da ist. Und dann kommen noch weitere Erwartungen auf einen zu: Freunde, die sich mal wieder treffen wollen, weil es ja schon wieder so lange her ist, der Partner möchte Zeit, Ehrenämter …  die Liste kannst du selbst am besten vervollständigen!

Schon beim Lesen stellt sich ein gewisser Stresspegel ein, denn genau so ist es doch! Wir hetzen von Punkt zu Punkt und es bleibt nichts übrig von der Zeit, die wir so gerne hätten.

Aber ist dir schon mal aufgefallen, dass es einigen so gar nichts ausmacht, wenn der Tag so vollgestopft ist, und andere am gleichen Pensum zu zerbrechen drohen?

Stress ist eine subjektive Empfindung

Jeder nimmt Stress unterschiedlich wahr. Im Gehirn laufen Prozesse ab, die uns helfen, Stress zu bewerten. Hauptsächlich unterscheiden wir, ob es „guter“ oder „schlechter“ Stress ist. Wenn ich einen 10-Stunden Arbeitstag mit vielen Terminen und Anforderungen durchgearbeitet habe und danach gut gelaunt nach Hause gehe, dann bewerte ich den Stress positiv. Ich fühle mich nicht besonders erschöpft und weiß, dass ich nach einer Regenerationszeit wieder voll leistungsbereit bin.

Wenn ich den gleichen Tag nur mit Mühe und Not und vielen Süßigkeiten überstehe und mit grauen an den nächsten Tag denke, der vermutlich nicht besser wird, dann bewerte ich den Stress als negativ. Die Bewertung, ob es für mich nun guter oder schlechter Stress ist, hängt hauptsächlich von meiner individuellen Konstitution ab. Da spielen dann Resilienz, körperliche Fitness, mentale Stärke, Lebensstil und Lebenseinstellung eine Rolle. Stress und das damit verbundene Stressempfinden ist demnach eine subjektive Empfindung.

Fehlendes Verständnis von außen

„Der andere muss doch erkennen, dass ich gestresst bin!“ Hast du das auch schon mal gedacht und dich missverstanden gefühlt? Dein Tag ist schließlich total voll und zusätzlich musst du außerdem noch an 1000 Dinge denken und bist einfach gestresst. Da Stress einer subjektiven Bewertung unterliegt, ist es deshalb oft schwierig, bei anderen nachzuvollziehen, was jetzt gerade stressig ist. Jemand, der dir zuschaut, empfindet deine Anforderungen nicht als stressig und bringt somit nicht das gewünschte Verständnis auf. So fühlen wir uns missverstanden.

Das allein befreit uns noch nicht vom negativen Stressempfinden, kann uns aber dabei helfen, etwas mehr Verständnis für den jeweils andern aufzubringen. Wenn es für dich stressig ist, dann ist es das. Und dann glaube ich dir.

Und vielleicht kannst du dem andern auch glauben, wenn die Situation sich umgekehrt. Denn du weiß jetzt, dass Stressempfinden subjektiv ist und jeder anderes auf Stress reagiert.

Alles Gute für dich!

Das könnte dich auch interessieren ...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.