Freitagnachmittag, die Arbeit ist getan, ich lasse den Computer runterfahren. Gleiches passiert mit mir. Ich fahre runter. Stress lass bitte nach. Endlich Wochenende und Zeit für die schönen Dinge. Ich parke das Auto in der Garage, trage die Einkäufe nach drinnen und schließe die Tür hinter mir. Mein Kopf fällt leicht nach vorne, meine Schultern sacken ein. Geschafft. Ich merke, dass ich viel zu müde für die schönen Dinge bin. So wie letzte Woche und die Woche davor. Nervt mich.

Ich betrete den Wald und schließe kurz die Augen.  Ich atme in tiefen Zügen den Duft des Waldes ein. Ich rieche die Frische und freue mich, dass ich die nächsten Minuten genau hier bin.  Ich spüre die Stille an meiner Haut und fühle mich verbunden. Ein weiterer tiefer Atemzug und meine Schultern entspannen sich beim Ausatmen. Endlich. Frei atmen, das Alltagsrauschen abstreifen und den Wald mit allen Sinnen in mir aufnehmen.

Ich öffne meine Augen und blinzle, meine Sicht klart auf und ich gehe ein paar Schritte, ganz langsam, um mich dem Tempo des Waldes anzupassen. Hier ist es ruhig und beständig, nur die Bäume winken leicht mit ihren Ästen und Blättern. Ein leichtes Rauschen streift mein Gesicht und ich wende meinen Blick nach oben in die Kronen der Bäume und staune, wie mächtig sie doch sind. Gleichzeitig fühle ich mich beschützt. Ich gehe weiter und lasse den Wald auf mich wirken. Von rechts kommt ein süßlich-holziger-herber Duft – ich schaue in die Richtung und entdecke ein paar Kiefern, die sich bei den Buchen eingenistet haben. Ich lächle.

Das macht der Wald mit mir. Immer.

Wenn ich die Augen schließe und den Wald auf mich wirken lasse, dann kann der Stress gehen

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!