Alles, was du über Selbstwert wissen musst

Inhalt

Ein niedriger Selbstwert ist das Problem

Der SelbstWERT ist deine Säule, die dich durch dein Leben trägt. Hat er Risse, Löcher oder kein stabiles Fundament, kann diese Säule keine stabile Persönlichkeit tragen. Immer wieder gerätst du in eine Schieflage, rutscht ab. Manchmal fängst du dich und flickst die ein oder andere Stelle, nur um bald wieder festzustellen, dass an deiner Säule wieder eine Stelle rausgebrochen ist und die Säule einzustürzen droht.

Der SelbstWERT ist genau das: Deine Stütze, um das Leben zu leben, das du möchtest. Auch S. Epstein räumt dem Selbstwert eine zentrale Bedeutung bei, indem er den Selbstwert als das Bedürfnis bezeichnet, dem alle anderen untergeordnet sind.[1]

Dein SelbstWERT ist entscheidend, wenn es um dein persönliches Wachstum und Wohlbefinden geht. Ist deine Säule rissig, bedeutet das, dass Selbstzweifel sich schnell festsetzen.

Das Fundament deiner Selbstwertsäule muss fest und stabil sein, damit sie tragfähig ist. Sie setzt sich zusammen aus

  • Selbstvertrauen
  • Selbstwirksamkeit
  • Selbstakzeptanz und
  • Selbstmitgefühl.

Wie kann ein Leben mit niedrigem Selbstwert aussehen?

Hier findest du beispielhaft 3 typische Situationen von Menschen, mit einem niedrigen Selbstwertgefühl.

Unzufriedenheit in der Partnerschaft: Es ist Freitagabend und ich möchte einen gemütlichen Abend auf dem Sofa verbringen und gemeinsam einen Film schauen. Mein Partner*meine Partnerin möchte lieber ausgehen. Du argumentierst, dass du eine anstrengende Woche hattest und du heute keine weiteren Menschen treffen möchtest. Als Kompromiss schlägst du vor, dass ihr morgen etwas unternehmen könnt. Für deinen Partner*deine Partnerin kommt das nicht in Frage, er*sie müsse heute raus, das sei wichtig. Du willigst ein, weil du Angst hast, dass dein Partner*deine Partnerin dich dann nicht mehr liebt.

Situation Arbeit/Kompetenz: Du hast ein Mitarbeitergespräch und dein* Chef*in möchte mit dir reflektieren, was gut läuft, wo Verbesserungsbedarf besteht. Du bist schon Tage vorher nervös, kannst abends kaum einschlafen. Ständig quält dich die Frage, was du wohl alles falsch gemacht hast. Du liegst wach und deine Gedanken kreisen, immer wieder. Was, wenn er*sie unzufrieden war? Dein Herzschlag beruhigt sich nicht und es wird wieder eine schlaflose Nacht nach der du wie gerädert aufstehst. Konzentration kannst du vergessen. Irgendwie den Tag überstehen.

Du fühlst dich fremdbestimmt: Du arbeitest in einem Unternehmen, das dir wenig Raum für eigenständiges Handeln bietet und du ständig von oben kontrolliert wirst. Du bist frustriert, da du keine Möglichkeit hast, deine eigenen Ideen einzubringen oder Entscheidungen zu treffen. Du fühlst dich unterdrückt und entmutigt, da du das Gefühl hast, dass deine Fähigkeiten und Erfahrungen nicht wertgeschätzt werden. Ständig begleitet dich innere Unruhe und du fühlst dich hilflos und ausgeliefert. Gleichzeitig wünscht du dir Veränderung, weißt aber nicht, wie sie gelingen kann.

Jetzt hast du 3 Situationen gesehen, die sehr typisch sind für Menschen mit einem niedrigen Selbstwertgefühl. In welcher Situation findest du dich wieder?

Wie kann es aussehen, wenn sich der Selbstwert positiv verändert?

Situation Beziehung: Dir ist es wichtig, dass ihr euch auf Augenhöhe begegnet und jeder seine Bedürfnisse erfüllt bekommt. Nach einer anstrengenden Woche sehnst du dich nach einem ruhigen Abend auf dem Sofa und du möchtest lieber einen Film sehen, als auszugehen. Dein*e Partner*in möchte gerne ausgehen als Ausgleich zur Arbeitswoche. Du entscheidest dich für deinen ruhigen Abend, weil du die Ruhe und Erholung brauchst und genießt deinen Abend zu Hause. Gleichzeitig verbringt dein*e Partner*in den Abend mit Freund*innen in einer Kneipe. Ihr seid beide zufrieden und du auch stolz, dass du für dich und deine Bedürfnisse eingestanden bist.

Situation Arbeit: Das Mitarbeitergespräch steht an und du freust dich auf den Austausch. Du weißt, was du geleistet hast und wie Ziele erreicht hast. Kritik nimmst du zum Anlass, dich zu verbessern und deine Kompetenzen auszuweiten. Deine Leistung wird anerkannt und wertgeschätzt. Zufrieden und stolz verlässt du das Büro.

Situation Autonomie/ Selbstbestimmung: Du hast gemerkt, dass die Stelle dir nicht das gibt, was sie versprochen hatte. Die engmaschige Kontrolle von oben kannst du für dich nicht akzeptieren. Wenn du dich eingeschränkt und hilflos fühlst, dann sind das für keine Arbeitsbedingungen, unter denen du arbeitest. Deine Bedürfnisse nach Eigenverantwortung und Entscheidungsspielraum sind dir sehr wichtig und nimmst es nicht hin, dass diese Bedürfnisse verletzt werden. Du ziehst die Konsequenzen daraus und vertraust deiner Entscheidung. Selbstsicher reichst du die Kündigung ein.

Jetzt hast du gesehen, wie es aussehen / wie man die gleiche Situation mit einem positiven Selbstwertgefühl erleben kann.

Was ist der Selbstwert?

Selbstwert bezeichnet im engeren Sinne den Wert, den eine Person sich selbst zuschreibt. Die Selbstbewertung beschreibt genau diesen Prozess: Ich betrachte mich selbst und fälle dann ein Werturteil: „Ich bin in Ordnung“ oder „Ich bin nicht in Ordnung“, „Ich bin gut (genug)“ oder „Ich bin nicht gut (genug)“, „Ich bin wertvoll“ oder „Ich bin wertlos“.

Die Bedeutung von Selbstwert

Für unser Leben sind drei Bereiche bedeutsam: Kompetenz, Bindung und Selbstbestimmung. Welche Erfahrungen wir in diesen Bereichen machen und wie wir diese bewerten, bestimmen, wie stark und tragfähig unsere Säule ist.

Lebe ich in einer Partnerschaft, in der meine Bedürfnisse gleichwertig behandelt werden, stärkt es den Selbstwert. Viele Menschen machen andere Erfahrungen: Bedürfnisse werden nicht ernst genommen, verlacht, hintenangestellt oder klein geredet.

In der Arbeitswelt können wir ähnliche Erfahrungen sammeln. Erlebe ich mich als kompetent? Erhalte ich Wertschätzung? Oder erlebe ich Ausgrenzung oder gar Mobbing?

Wie lebe ich mein Leben? Kann ich meine Ziel erreichen? Wie wichtig ist mir Selbstbestimmung und Autonomie? Kann ich es ausleben, sodass meine Bedürfnisse in diesem Bereich erfüllt sind.

Wir können in allen drei Bereichen unterschiedliche Erfahrungen machen, sodass wir uns sehr kompetent fühlen und unser Selbstwert in diesem Bereich hoch ist. Gleichzeitig ist es möglich in einer unglücklichen Beziehung zu sein, weil wir unsere Bedürfnisse unterordnen.

Die 3 Bereiche Kompetenz, Bindung und Selbstbestimmung sind unser Säulenschaft. Dabei ist es unwichtig, ob du die Erfahrungen in der Gegenwart machst oder sie aus der Vergangenheit wie eine „Narbe“ mitbringst. (Selbstbestimmungstheorie nach Deci & Ryan.)

Menschen mit einem hohen Selbstwert sind zufriedener, glücklicher und gesünder.[2]

Lösung: Wege, um deinen Selbstwert zu stärken

Die Säule hat einen oberen Abschluss – das Kapitell: Das ist der Bereich, auf dem unsere Persönlichkeit steht. Hier wägen wir ab, ob wir sicher stehen, ob Risse im Schaft zu erkennen sind und wie es mit unserem Fundament aussieht. Das Kapitell ist deine Beobachtungsstation.

Wir beobachten unsere Säule mit Hilfe der Selbstreflexion und die Frage, die uns hier begleitet lautet: Ist alles in Balance?

Wir können von oben nach unten oder von unten nach oben schauen.

Schauen wir uns den mittleren Teil deiner Selbstwertsäule an – den Schaft.

Am Schaft finden wir Autonomie – Selbstbestimmung – Bindung

               Bin-Ich, Soll-Ich, Wunsch-Ich

Basis: Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit, Selbstakzeptanz, Selbstmitgefühl

Du schaust von oben auf deine Säule: Stehe ich gerade? Ist alles in Balance? Mit Selbstreflexion lernst du deine schadhaften Stellen an deinem Säulenschaft zu erkennen. Von dort gehst du weiter nach unten: Wie passt dein Bin-Ich zum Wunsch-Ich? Und schließlich blickst du auf dein Fundament: Wie steht es um meine Selbstakzeptanz, wie selbstwirksam gestalte ich mein Leben, wie steht es um mein Selbstvertrauen und mein Mitgefühl mir selbst gegenüber?

Du kannst deinen Schaft immer wieder reparieren und flicken, neunen Mörtel verbauen, aber wenn dein Fundament brüchig ist, wird dir das langfristig nicht helfen.

Im Coaching baust du dir ein tragfähiges Fundament auf und weißt, wie du deine Selbstwertsäule stark hälst.

Überwindung von Hindernissen

Auf deinem Weg zu einem starken Selbstwert werden dir Hindernisse begegnen. Da lauern Selbstzweifel, Kritik und negative Glaubenssätze. Sie fressen sich in dein Säulenfundament. Ebenso die negativen Erfahrungen, die sich am Säulenschaft festsetzen und durch den Mörtel fressen, bis alles bröckelt. Indem du deine Hindernisse überwindest, stärkst du dein Fundament: Gesundes Selbstvertrauen, dein Umgang mit Kritik und das, was du über dich glaubst, das bildet dein starkes Säulenfundament. Mit dieser Basis kannst du Rückschläge bewältigen und deine Widerstandskraft stärken.

Langfristige Pflege deines Selbstwerts

Ist dein Selbstwert in den Grundfesten zerstört oder stark demoliert, dauert es seine Zeit, bis das Fundament tragfähig wird. Auf meiner Beratungsseite kannst du lesen, dass ein Coaching 6-9 Monate dauert. Verhaltensweisen lassen sich nicht an einem Tag ändern und brauchen Zeit, bis sie sich zur Gewohnheit entwickelt haben. Auch gibt es einen Unterschied zwischen den Erfahrungen und Einsichten, die wir mit dem Gehirn – also kognitiv – verstehen, oder ob wir sie fühlen – die affektive Seite. Beide Bereiche sind wichtig, um deinen Selbstwert langfristig zu stärken.

Vielleicht spürst du schon, wenn du diese Zeilen liest, dass es eine Diskrepanz zwischen deinem Jetzt-Ich und deinem Wunsch-Ich gibt. Um zu deinem Wunsch-Ich zu kommen, bist du bisher an verschiedene Hindernisse geraten, die dich daran gehindert haben, dein Wunsch-Ich zu erreichen. Zwischen deinem Jetzt-Ich und deinem Wunsch-Ich hat sich ein mieser Kerl in Form von saurem Regen eingenistet: Das Soll-Ich. Stetig trifft er auf deine Säule und spült immer ein kleines bisschen Mörtel aus deiner Säule. Punktuell bemerkst du es kaum, aber steter Tropfen höhlt den Stein.

Deshalb ist es wichtig, deinen Selbstwert langfristig zu pflegen und zu erhalten.

Hierfür ist es wichtig, dass du lernst dich selbst zu reflektieren und immer wieder auf deine Säule schaust, ob noch alles in Balance ist. du weißt, was du gut kannst und dass du über dich selbst glaubst, dass du es wert bist, dein Wunsch-Ich zu sein.

Zusammenfassung

Ich fasse dich wichtigsten Punkte noch einmal zusammen:

  • Dein SelbstWERT ist die Basis für ein erfülltes Leben
  • Die Bedeutung des SelbstWERTES erstreckt sich auf alle Lebensbereiche: Beziehungen, Arbeit und Lebensziele
  • Innere Überzeugungen hindern dich aktuell daran von deinem Jetzt -Ich zu deinem Wunsch-Ich zu kommen
  • Durch Übungen, Kognitionen und affektive Erfahrungen lernst du, dein Soll-Ich in Frage zu stellen und zu korrigieren
  • Selbstreflexion und Selbstpflege halten deinen Selbstwert langfristig stabil hoch

Was du jetzt tun kannst

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Fußnoten:

[1] Epstein, S. (1973). The Self-Concept Revisited: Or a theory of a theory. American Psychologist, 28(5), 404-412.

[2] Chmielewski, Hanning. Selbstwert. S.47.

Disclaimer:

Mein Angobt richtet sich an gesunde Menschen. Keine Diagnose, keine Therapie.

Es ist ein privates Angbot und kann nicht bei der Krankenkasse geltend gemacht werden.