Wahrscheinlich kennst du das Gefühl, wenn es mal wieder zuviel ist: zu viel Arbeit, zu viele Menschen, zu viele Geräusche. Alles trifft auf einmal zusammen und du würdest dich am liebsten verkriechen. Du fragst dich, ob du denn die einzige Person bist, die das zu stören scheint.

Ständig diese Überreizung und du fühlst dich allen Eindrücken ausgeliefert.

Im beruflichen Kontext kannst du dich kaum entziehen, deshalb ist es sinnvoll, dass du außerhalb der Arbeitszeit für einen Ausgleich sorgst. Du kannst so stresskompetent werden, dass du als introvertierte Person gut im Alltag zurechtkommst und nicht dein Wochenende „opfern“ musst, um deine Akkus aufzuladen.

1. Wissen, wie du dich von Extravertierten unterscheidest

Zuerst ist es sinnvoll, mehr darüber zu erfahren, was die Unterschiede zwischen introvertierten und extravertierten Personen sind. So kannst du lernen zu verstehen, warum du in vielen Situationen gestresst reagierst, während andere anfangen aufzuleben.

Die Kurzfassung: Wir leben in einer eher extravertiert geprägten Gesellschaft, in der diejenigen mehr Aufmerksamkeit bekommen, die laut und gesellig sind. Selbstdarstellung und Selbstpräsentation wird eher wahrgenommen als Zurückgezogenheit und Nachdenklichkeit. Mit dem extravertierten Verhalten  sind Werte und Charaktereigenschaften wie Offenheit und Neugier verbunden, die wiederum für Erfolg stehen. Damit einher geht auch die Bewertung, dass das eine besser als das andere scheint. Dieser Eindruck entsteht, weil Extravertierte offener mit ihren Erfolgen umgehen und den Austausch im Gespräch (oder auf Social Media) brauchen, während die Introvertierten nicht auf diese Stimulation von außen angewesen sind. So entseht in unser Wahrnehmung diese Schieflage.

Wesentliche Unterschiede bestehen auch darin, dass die Gehirne von introvertierten und extravertierten Personen unterschiedlich funktionieren, sowie im Energieverbrauch und der der Energiegewinnung.

2. Du kennst deine Bedürfnisse

Wenn du weißt, wie das Zusammenspiel von deinem Intro-Gehirn und der Energie funktioniert kannst dir im nächsten Schritt Gedanken machen, wie du deine Energietanks wieder auffüllen kannst. Mit Sicherheit weiß du bereits, was dir gut tut!

Es ist sinnvoll, wenn du dir eine Liste anlegst, auf die du zurückgreifen kannst.

Um deine Liste besonders effektiv zu gestalten, kannst du dir typische Stresssituationen aufschreiben und daneben schreiben, was dir früher schon mal geholfen hat. Dann überlegts du, ob es sich auch zukünftig anwenden lässt.

3. Plane deine Erholungszeit aktiv in deinem Kalender

Es klingt so simpel, aber es ist so schwierig, weil damit viele andere Dinge zusammenhängen. Glaubenssätze, die dich blockieren, z.B. dass dir die Zeit zusteht. Hier ist es hilftreich, genauer hinzuschauen. Wenn du Schwierigkeiten hast, dir die Zeit zu nehmen, hilft hier das Wissen aus Punkt eins. Wenn du weißt, wie essentiell Ruhephasen für dein Gehirn sind, kannst du es vielleicht eher annehmen, dass du diese „Extra“Zeit brauchst. Wenn du in Erklärungsnot kommst hilft dir auf die schnelle auch das hier: Du kannst sagen, dass du einen Termin hast, du musst ja nicht kommunizieren, dass es ein Termin mit die selbst ist.

Es ist so: Wenn du Schwierigkeiten hast, dir die Zeit zu nehmen, weil du denkst, dass dir das nicht zusteht (weil andere das ja auch nicht brauchen), dann liegt das in der Regel an einem niedrigen Selbstwertgefühl. Wenn dir der Pragmatismus aus dem oberen Abschnitt nicht weiterhilft, dann empfehle ich dir, an deinem Selbstwertgefühl zu arbeiten.

4. Nein sagen

Nein ist eines der wichtigten und mächtigsten Wörter, die du für einen Alltag brauchst, der dich als introvertierte Person nicht überfordert.

Du musst nicht alles machen oder mitmachen. Wähle klug, was du in deiner Freizeit machst, um ausreichend Erholungszeit zu bekommen. Dein Ziel ist es ja, nicht das ganze Wochenende für das Auftanken deiner Akkus zu brauchen.

Mit diesen 4 Punkten kannst du dir deinen Alltag so einrichten, dass du nicht an permanenter Überstimulation leiden musst.