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Ich finde, es gibt doch nichts Spannenderes, als sich selbst zu entdecken und Neues über sich selbst herauszufinden. Mir hat es schon so manchen AHA-Moment beschert. Herauszufinden, was meine Persönlichkeit ausmacht und wie sich das auf meine Gesundheit auswirkt, ist eine der spannendsden Reise, die ich unternommen habe.

Heute schauen wir uns mal die Persönlichkeitsstruktur im Allgemeinen an und anschließend kannst du einen kleinen Test machen und schauen, wie deine Persönlichkeitsstruktur aussieht.

Hast du schon einmal von dem 5-Faktoren Modell gehört? Oder den Big Five?

Diese fünf Faktoren sind sehr gut geeignet, die Persönlichkeit eines Menschen zu beschreiben.[1] Das Modell ist so angelegt, dass es zwar die beiden „Endpunkte“ der Ausprägung beschreibt, es aber nicht darum geht, einen Faktor zu 100 % zu erfüllen. Jeder von uns bewegt sich immer zwischen zwei Ausprägungen. Wir schauen uns heute den Faktor Extraversion, bzw. Introversion etwas genauer an und welche Auswirkungen die Ausprägungen haben können.

Wenn du schon einen Blick auf die Tabelle geworfen hast, dann wirst du in der ersten Zeile sehen, dass dort zwar Extraversion steht, Introversion aber fehlt. Das liegt daran, dass Introversion als das Fehlen von Extraversion definiert wird. Wenn du dir die Beschreibung ansiehst, erkennst du, dass hinter dem versus Eigenschaften aufgeführt sind, die Introversion beschreiben. Jede Persönlichkeit lässt dich durch eine Verortung auf den 5 Faktoren beschreiben, man ist aber nie zu 100 % extravertiert oder zeigt stets 100 % Offenheit für Erfahrungen. Die Ausprägungen sind auch nicht stabil, das heißt, dass es im Laufe der Lebenszeit, aber auch situationsbedingt, Abweichugnen geben kann. Ich verdeutliche das am Beispiel der Introversion, da es man dort deutlich einen Unterschied ausmachen kann.

Introversion wird in seiner höchsten Ausprägung als ruhig, zurückhaltend und schüchtern beschrieben. Das kann in einzelnen Situationen voll zutreffen, z.B. bei einem Arbeitstreffen, wenn man niemanden kennt. Die gleiche Person kann sich in einer anderen Situation, z.B. bei einem Treffen mit Freunden anders präsentieren, z.B. weniger zurückhaltend, gesprächig und trotzdem ruhig. Dann hat der Anteil an Extraversion zugenommen. Grundsätzlich würde man aber trotzdem sagen, dass es sich hierbei um eine eher introvertierte Person handelt.

Ich zeige dir hier die Tabelle mit den 5 Faktoren und einer Beschreibung.

Faktor

Beschreibung mit 2 Endpunkten

Extraversion

Gesprächig, energiegeladen und durchsetzungsfähig vs. ruhig, zurückhaltend und schüchtern

Verträglichkeit

Mitfühlend, freundlich, herzlich vs. kalt, streitsüchtig und unbarmherzig

Gewissenhaftigkeit

Organisiert, verantwortungsbewusst und vorsichtig vs. sorglos, leichtsinnig und verantwortungslos

Neurotizismus

Stabil, ruhig und zufrieden vs. ängstlich, instabil und launisch

Offenheit für Erfahrungen

Kreativ, intellektuell und offen vs. einfach, oberflächlich und nicht intelligent

Es geht darum, ob man eine eher hohe oder niedrige Ausprägung eines Faktors hat. Daraus kann man ableiten, welche Persönlichkeitsstruktur man hat. Das wiederum hilft dir, die richtigen Methoden für deine mentale Gesundheit zu finden.

Ich gebe dir ein Beispiel: Du beschreibst dich eher als zurückhaltende, ruhig, beobachtend: Das schließt auf eine eher niedrige niedrige Ausprägung auf dem Faktor Extraversion und heißt, dass du eher eine introvertierte Person bist.

Was bedeutet das für deine mentale Gesundheit?

Als introvertierte Person hast du eine andere Reizverarbeitung als Extravertierte und dementsprechend benötigst du andere Strategien zur Stressbewältigung als extravertierte Personen. Während sich eine extravertierte Person in der Interaktion mit anderen Meschen holt, ist der gleiche Akt des Socializing für Introvertierte energiezehrend, sie benötigen Ruhe und eine reizarme Umgebung, um Energie aufzuladen.

Interessant ist, dass die Forschung damit begonnen hat zu zeigen, dass es Unterschiede in der Funktionsweise unserer Gehirne gibt. Du hast vielleicht schon mal zwischen Unterschieden von männlichen und weiblichen Gehirnen gehört. Genauso gibt es Unterschiede, die mit den Eigenschaften aus dem Big Five Modell zusammenhängen.

Da ich hier im Beispiel auf Introversion/Extraversion eingehe, kann ich dir sagen, dass es so einen Unterschied z.B. in der Reizverarbeitung gibt. Das wiederum hat direkt mit unserer mentalen Gesundheit zu tun!

Ich möchte dir hier gerne ein persönliches Beisiel geben. Als ich angefangen habe, mich mit meiner Introversion auseinander zu setzen, ist mir Vieles klarer geworden. Als Intro lebe auch ich in einer Extro-Welt und dementsprechend habe ich mich auch verhalten: Partys, viele Leute, viele Reize, immer auf Achse. Aber ich war danach auch immer sehr erschöpft und brauchte viel Zeit für Schlaf und Regeneration. Ich habe in dieser Zeit auch sehr viel gelesen und Zeit mit mir alleine verbracht.
Jetzt viele Jahre später habe ich eine (wissenschaftliche) Erklärung dafür: Meine Reizverarbeitung funktioniert anders als bei Extravertierten. Ich nehme Eindrücke intensiver wahr und zwischenmenschliche Interaktion „kostet“ mich Energie. Intovertierte müssen diese Energie wieder aufladen. Und das gelingt am Besten durch ruhige Beschäftigungen wie Lesen, Stille, Alleinsein. Ich habe es schon immer genossen, Zeit mit mir zu verbringen und meinen Gedanken nachzuhängen, oder einfach nur auf dem Boden zu liegen. Jetzt habe ich sogar eine wissenschaftliche Erklärung dafür, dass ich mich zurückziehen darf!

Denn das ist ein bisschen die Krux an der Sache: Da wir in einer extravertiert-orientierten Welt leben, lernen und erleben wir extravertiertes Verhalten und vertrauen nicht so sehr auf unsere Bedürfnisse nach Rückzug. Oft genug habe ich suggieriert bekommen, dass komisch ist, dass ich lieber lese, als mich mit anderen zu treffen.

Was passiert, wenn du als Intro nicht auf deine Bedürnisse hörst?

Wenn du dich der Außenwelt anpasst und nicht auf deine Bedürfnisse, z.B. nach Erholung und Rückzug, hörst, dann hat das einen negativen Einfluss auf deine mentale Gesundheit. Wenn du dich permanent Reizen aussetzt ohne dir Pausen zu nehmen, dann hat dein Körper keine Zeit, sich zu regenerieren und ist gestresst. Wenn dein Körper permanent gestresst ist, dann zeigt sich das z.B. in Nervosität oder erhöhter Reizbarkeit. Vielleicht kennst du das auch, dass du oft denkst, dass du endlich mal Ruhe haben willst. Das ist auch ein Ausdruck von Stress und deinem Bedürfnis nach Erholung.

Um mental gesund zu bleiben, ist es essentiell, dass du auf deine Bedürfnisse achtest!

Das gilt jetzt nicht im Speziellen nur für Introvertierte, sondern im Allgemeinen: Immer wenn du ein inneres Ungleichgewicht zwischen der Erfüllung deiner Bedürfnisse und dem Erfüllen anderer Bedürfnisse verspürst, darfst du einmal in dich gehen und schauen, was gerade wichtiger ist! Sage lieber einmal mehr „Ja“ zu dir, als „Ja“ zu anderen.

Jetzt hast du bis hierher gelesen und willst endlich den Test machen! Ich liebe solche Tests und wenn es dir so geht wie mir, dann bist du mehr als bereit, deine Ausprägungen auf den 5 Faktoren zu erfahren. Hier geht es zum Test [klick]!

Du kannst ihn als Orientierung nehmen, um etwas über dich zu erfahren. Denke aber auch daran, die Ergebisse mit einem Augenzwinkern zu lesen. Solche Tests speigeln die „Wahrheit“ nicht 1:1 wider und du selbst kennst dich immer noch am besten!

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann freue ich mich, wenn du nächste Woche wieder vorbeischaust! Nächsten Montag erfährst du etwas über dein Selbstkonzept und was das mit deiner mentalen Gesundheit zu tun hat!

Ich wünsche dir eine gute Woche!

[1] Dieses Modell geht zurück auf McCrae & Costa, 2008. Wenn dich die Forschung und ihre Ergebnisse dazu interessiert, kannst du gerne hier weiterlesen [Link zum Wikipedia-Artikel zum Big Five Modell].